#MEETtheARTISTS #1 #DIA

11.04.2017

Wir hatten die Ehre, die sympathische Newcomer-Band DIA treffen und kennen lernen zu dürfen.

Durch Zufall oder “Schicksal“, wie es die Bassistin Annika in unserem ersten Interview der Reihe „MEET The ARTISTS“ nennt, treffen sich die fünf Musiker aus Stuttgart Ende 2015 in der lettischen Hauptstadt Riga. „Du weißt doch wie das ist, du googelst nach etwas und dann kommen alle an der gleichen Stelle raus, zumindest die, die nicht viel Geld ausgeben wollen. Und da wir nicht viel Geld ausgeben wollten, sind wir alle an der gleichen Stelle rausgekommen“ so der Gitarrist Hannes. An der Hotelbar trifft sich die zukünftige Band und aus der anfänglichen Suff-Idee „komm lass uns doch mal..“ wird wenig später Realität. Im Mai 2016 wird der Albumplan geschmiedet, das Management gesigned und die offizielle DIA-Zeitrechnung beginnt. Erst vor wenigen Wochen haben DIA ihr Debut-Album „Lass uns ein Stückchen gehen“ veröffentlicht und im ausverkaufen Merlin ein mehr als erfolgreiches Release-Konzert gefeiert.

Wie lange habt ihr an eurem Album „Lass uns ein Stückchen gehen“ gearbeitet und wie sah die Albumproduktion aus?

Peter (Keys): Die Texte gibt es schon relativ lange, doch letztendlich haben sie ein ganz anderes Gewand bekommen. Richtig los ging’s dann im August 2016, wo wir viel Zeit verbracht haben am Sound zu schrauben und letztendlich das entwickelt haben, was DIA jetzt ist wenn du es anhörst. Die Monate davor haben wir viel miteinander gesprochen, viel gehört und auch schon zusammen gespielt und geprobt.

Hannes (Gitarre): Im Oktober waren wir dann 10 Tage in einem völlig abgeschotteten Studio in Bayern und hatten dort eine klassische, alte Studiozeit: Ins Studio gehen und das Album komplett fertig machen. Die Band-Takes sind alle zusammen eingespielt und es gibt auf dem Album nur ganz wenige Overdubs. Da unser Sänger Vitali alle Vocals als Guide mitgesungen hat, haben wir also jeden Song komplett als Band, tutti gespielt. Und bei den Songs „Schwarzweiß“ und „Augenblick“ war alles so geil, dass wir den kompletten Take so genommen haben, inklusive Vocals.

Als ganz zentralen Punkt in unserer Musik kann man das Wort „Reduktion“ sehen. Wir verzichten ganz bewusst darauf, Sachen größer zu machen als sie sind weil wir glauben, dass emotionale Stellen gerade dann nicht mehr funktionieren. Und das macht letztendlich auch den speziellen, besonderen Sound von DIA aus.

Annika (Bass): Und genau deswegen klingen wir auch live so. Wer uns live hört, erfährt genau den gleichen Sound den er von unserer Platte kennt. Für uns fühlt es sich fast so an, als ob wir dann unsere eigenen Songs von unserer Platte nachspielen.

Hannes: An dieser Stelle muss man auch den Flo König featuren, der mitproduziert und dafür gesorgt hat, dass in diesen 10 Tagen eine gute Dynamik herrschte. Und auch der Engineer René Jesser hat uns eine tolle Atmosphäre geschaffen. Ohne die beiden hätten wir das so nicht machen können.

Wie kommt es zu diesem Albumcover?

Hannes: Allgemein muss man sagen, dass wir uns immer auf einen Kern einigen -und zwar im Gespräch – und jeder versucht auf diesen Kern zuzuarbeiten. Bei uns wird konstruktiv diskutiert und argumentiert, das sind teilweise knallharte Auseinandersetzungen. Trotzdem gibt es klare Grenzen, wir gehen respektvoll miteinander um und letztendlich geht es allen darum, dass die Sache, dass DIA im Vordergrund steht. Und so war es auch beim Albumcover. Da hatten wir uns zugegebenermaßen ziemlich verfahren, da war überhaupt keine Einigung in Sicht. Und dann kam dieses Bild und innerhalb einer Sekunde war die Entscheidung klar. Ich glaube, dass dieser Moment nur funktioniert hat, weil vorher diese harte, zähe, verdammt zermürbende Auseinandersetzung stattgefunden hat.

 
Böhmermann hat das Thema gerade aktuell gemacht: Was ist Eure Meinung zum deutschen Popmarkt und warum braucht dieser DIA?

Hannes: Fallbeispiel: Du kannst eine britische Band auch nach Deutschland schicken. Die Leute verstehen kein Wort, feiern es aber weil es geil klingt, weil es einen geilen Sound hat. Das funktioniert bei deutschen Bands, mit Ausnahmen, in der Regel nicht. Denn sobald bei vielen deutschen Popbands der Text nicht mehr im Vordergrund steht, was im Ausland automatisch der Fall wird, kannst du, sehr böse gesagt, auch eine Schulband spielen lassen. Und dann hat man noch, wie Böhmermann das eben auch gezeigt hat und damit vervollständigt, dieses gewollt Aufgeblasene, mit angespannten Muskeln den Leuten erzählen wie schön es ist, dass du neben mir im Bett liegst. Ich glaube das ist so deutsch, dass es auch nur in Deutschland funktioniert. International braucht man einfach einen ganz anderen Sound.

Peter: Ich habe das Gefühl, dass deutsche Musik ganz oft international klingen will. Dadurch wird es aber auch leichter austauschbar. Und ich finde, einen eigenen Sound zu suchen bei dem man sagt: Das sind wir, das ist unser Sound – das sollte ein klarer Anspruch sein – und das gibt es nicht so viel.

Annika: Ich finde, die deutsche Popmusik ist so platt gebügelt, so seicht, vorsichtig, auf Nummer sicher. Wir aber wollen eher emotional in die Fresse, eine Attitude die eigentlich mehr zu einer Rockband passt. Wir wollen unsere eigene, ehrliche Musik, die auch überhaupt nicht perfekt sein muss und soll. Gerade die Makel und die nicht perfekten Dinge in einem Song machen den Song doch eigentlich erst aus.

Hannes: Letztendlich geht es doch um Gefälligkeit. Sich nicht zu trauen, nicht den Mut zu haben etwas auf der Bühne zu tun, worüber die Leute sagen könnten: was soll das denn?! Aber das ist genau das, was man tun sollte und was in Deutschland fehlt.

Chris im Gespräch mit Peter, Hannes und Annika von DIA

 

Wie geht es weiter mit DIA? Was sind eure Ziele?

Hannes: Auch wenn DIA sicherlich Schnittflächen mit dem Mainstream aufweist, glaube ich, dass DIA auch auf einem independent-Popmarkt sehr gut funktionieren würde. Und natürlich wollen auch wir viel spielen und dass uns möglichst viele Leute dabei zuhören. Und, wie wir es eben schon hatten, dass DIA es schafft, auch international präsent sein zu können.

Annika: Wir haben mit unserem ersten Album tatsächlich einen kleinen Hype in Stuttgart und Umgebung ausgelöst und möchten das natürlich gerne auch in anderen deutschen Städten erreichen.

Peter: Unser Release-Konzert war der Wahnsinn, viele Leute wurden schon gar nicht mehr reingelassen. So etwas wäre natürlich auch für die Zukunft toll. Aber wir haben klar den Wunsch und das Ziel, immer selbst die kreative Hoheit zu behalten.


 
DIA arbeiten bereits am zweiten Album und für Herbst diesen Jahres ist eine Tour geplant. Ebenfalls um diesen Zeitraum herum wird das zweite Musikvideo zu sehen sein.

Für alle weiteren Infos checkt unbedingt auch folgende Links:

www.diapopmusik.de

www.facebook.com/diapopmusik

www.youtube.com/diapopmusik

 

 

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